Bürgerdialog Sparkassenakademie: Chance vertan!

Eppstein, 3. November 2024  Vergangenen Mittwoch fand auf Einladung der Stadt ein weiterer Bürgerdialog zum Gelände der Sparkassenakademie statt. Die Anwohner und der Eigentümer des Grundstücks (GWH), auf dem die ehemalige Sparkassenakademie steht, hatten die Möglichkeit, Ihre Vorstellungen, Fragen und Kritikpunkte vorzutragen.

Zunächst stellte die vertretene Bürgerschaft verschiedene Nutzungsideen vor. In ihrer anschließenden Präsentation blieb die GWH – trotz kleinerer Anpassungen, wie z.B. dem teilweisen Erhalt des Bestandsgebäudes, einem möglichen neuen Kindergarten sowie 12 Doppelhaushälften im derzeit unbebauten oberen Bereich der Eberlestraße – im Wesentlichen bei ihren bisher vorgetragenen Positionen, die eine verdichtete Wohnbebauung mit Mehrfamilienhäusern vorsieht.

Stellenweise widersprüchlich wurde argumentiert, wenn es um eine zukünftige teilweise Nutzung der Bestandsgebäude ging: Zunächst wurde dargestellt, dass die bisherigen Gästezimmer zu niedrig und daher zum Wohnen ungeeignet seien sowie dass ein Umbau aufgrund tragender Strukturen schwierig sei; später hieß es dann, man könne sich als neue Nutzung Seniorenwohnungen vorstellen.

Gänzlich ungeklärt blieben Fragen der Belastbarkeit der bestehenden Infrastruktur, wie Verkehrswegen. Beispielhaft wurde eine weitere Belastung der Bergstraße genannt. Trotz offenbar konkreter Vorstellungen zu einer Bebauung des Gebiets, konnten (oder wollten) die Planer keine Einschätzung geben, ob ihre Vorstellungen überhaupt infrastrukturell an diesem Ort umsetzbar wären.

Hier fehlt u.E. die sinnvolle Reihenfolge im Vorgehen der GWH. Wie kann man, losgelöst von bestehenden Rahmenbedingungen, planen?

Bereits in der Vergangenheit wurde unsererseits angemerkt, dass die Vorstellungen der GWH für diesen Standort überdimensioniert seien. Zwar wurde erneut abgestritten, dass man Wohnungen für 700 Menschen plane, im weiteren Verlauf der Diskussion hieß es dann aber, bis zu 250 Wohnungen für 2-5 Personen könne man dort realisieren. Eine überschlägige Rechnung zeigt, dass die GWH offenbar weiterhin mit Wohnraum für 700+ Personen plant (im Schnitt 3 Bewohner x 250 Wohneinheiten = 750 Personen).

Insgesamt wurde seitens der GWH eine große Chance vertan, Fragen und Befürchtungen mit angepasster Planung und Fakten entgegenzutreten. Auch fand keine Betrachtung möglicher Alternativen statt. Überzeugt wurde an diesem Abend wohl niemand.

Wir begrüßen daher den Vorstoß der Stadtverordnetenvorsteherin, gemeinsam mit der Uni Mainz Studenten im Rahmen von Seminararbeiten Vorschläge und Ideen für das Gebiet entwickeln zu lassen.

Wir beabsichtigen darüber hinaus, den Magistrat zu bitten, z.B. im Rahmen eines Architekten- oder Ideenwettbewerbs, neben den auf dem Tisch liegenden Vorschlägen weitere Ideen zu entwickeln sowie eine unabhängige Bewertung aller Vorschläge zur zukünftigen Nutzung des Geländes einzuholen.


Magnus Fischer